Kaiserslautern barrierefrei erleben
In Kaiserslautern leben mehr als 14.000 Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen. Um diesen ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen zu erleichtern, wurde vor mehr als zehn Jahren der Arbeitskreis „Barrierefreie Stadt Kaiserslautern“ ins Leben gerufen. Dort werden von Mitgliedern der lokalen bzw. regionalen Behindertenverbände und Selbsthilfegruppen als auch von Vertretern aus Politik und Verwaltung Strategien und Projekte zur Umsetzung der Barrierefreiheit entwickelt und begleitet. Neben der Beseitigung vorhandener und der Vermeidung neuer baulicher Hindernisse, der Bereitstellung barrierefreier Angebote in den verschiedenen Lebensbereichen wie Bildung, Kultur, oder Freizeit gehört auch eine nachhaltige Informations- und Sensibilisierungskampagne zu den Aktivitäten des Arbeitskreises. Ziel dieser Kampagne ist es, die „Barrieren in den Köpfen“ abzubauen und somit zu einem gemeinsamen und selbstverständlichen Miteinander beizutragen.
Im Rahmen des Barriereabbaus wurden in den vergangenen Jahren
bereits einige Fortschritte durch das kontinuierliche Engagement des Arbeitskreises erzielt. So findet man in der Innenstadt mittlerweile vier barrierefreie Toilettenanlagen, die mithilfe eines Euroschlüssels kostenlos benutzt werden können. Für blinde und sehbehinderte Mitbürger wurden zentrale Ampeln mit akustischen Signalgebern ausgestattet und ein taktiles Leitsystem auf dem Bahnhofsvorplatz installiert. Weiterhin können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einen Fahrdienst in Anspruch nehmen. Alltägliche Erledigungen, Arztbesuche oder Behördengänge lassen sich dadurch leichter bewerkstelligen. Außerdem wurde der städtische Busverkehr sukzessiv auf Niederflurbusse mit Klapprampen umgestellt. Unter Mitwirkung des Arbeitskreises wurde schließlich der Stadtführer „Kaiserslautern barrierefrei erleben“ veröffentlicht. Nach dem Motto: Von Menschen mit Behinderungen für Menschen mit Behinderungen beschreibt dieser die Zugänglichkeit von (öffentlichen) Einrichtungen und Dienstleistungsangeboten.
Neben den genannten Beispielen ist der Arbeitskreis "Barrierefreie Stadt Kaiserslautern" bemüht, Bürger für das Thema "Behinderung" zu sensibilieren. Wer einen Rollstuhlparcours absolviert oder in einem Dunkel-Cafè einen Kaffee getrunken hat, weiß, mit welchen alltäglichen Schwierigkeiten sich Menschen mit Behinderungen auseinander setzen müssen.


