Hallo und herzlich willkommen beim heutigen Chat mit dem Behindertenbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul zum Thema "Bildung für behinderte Menschen". Wir werden pünktlich um 11 Uhr beginnen und freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen!
Moderator: @kik Hallo kik, herzlich willkommen im Chat. Ihr Beitrag wird zum Start des Chats frei geschaltet!
Miles-Paul: Guten Morgen, ich möchte Sie als Landesbehindertenbeauftragter von Rheinland-Pfalz ganz herzlich zum heutigen Chat zum Thema Bildung für behinderte Menschen begrüßen. Ich bin gespannt, wo Sie der Schuh drückt und welche Beiträge Sie zum Thema liefern.
kik: Behinderte Kinder sollten nicht nur an Schwerpunktschulen integriert werden, es sollten alle Schulen offenstehen. Hierfür wäre es nötig, Kompetenzteams vor Ort einzusetzen. Heilpädagogen, Therapeuten etc. Ebenso eine Verkleinerung der Klassenmesszahl. der behinderte sollte normal sein, nicht die Ausnahme.
Miles-Paul: Ich teile Ihre Meinung, dass behinderte Kinder und Jugendliche an alle Schulen gehen können sollten. Dies ist derzeit auch laut des Schulgesetzes möglich. Die Schwerpunktschulen haben aber eine Bündelung der Kompetenzen für die sonderpädagogische Förderung und werden beständig ausgebaut.
Susanne: Guten Morgen Herr Miles-Paul. Leider kann man wohl nicht sehen wie viele Leute grade "anwesend" sind.
Miles-Paul: Liebe Susanne, wir können das jetzt leider auch nicht sehen, sondern erst hinterher feststellen. Welches Thema beschäftigt Sie denn?
InForma: Guten Morgen Herr Miles-Paul...
Miles-Paul: Guten Morgen nach Neuwied zu InForma
kik: ein kompetenzteam wäre meiner meinung nach mittlerweile an vielen schulen sowieso angebracht, da die Lehrer allein mit den schwierigkeiten auch nichtbehinderter kinder teilweise überfordert sind. es reicht nicht gts einzurichten und die schulen ansonsten nicht mit weiteren mitteln zu versorgen
kik: richtig, aber die sonderpädagogische förderung beinhaltet meist eine schlechtere ausbildung.
Miles-Paul: Schulen haben vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten, die die Schulen auch kennen. Beispielsweise Schulsozialarbeit, Fortbildungsangebote und Kooperation mit ausserschulischen Partnern
Hewie: ich sag' auch mal 'Guten Morgen' an alle ...
BRIDGEFietkau: Guten Morgen auch von mir. Ich melde mich aus dem Schlusslicht-Bundesland, was integrative / inklusive Schulformen anbelangt - aus Baden-Württemberg...
Wir hatten am Samstag den 2. Integrationstag BW, wo wieder darüber berichtet wurde, dass integrative Schulen ja nicht nur für die Schüler mit Behinderung gut sind - sondern Verbesserungen für alle Beteiligten bringen.
Miles-Paul: Liebe/r BRIDGEFietkau: Wir hatten am 20. September in Mainz ebenfalls eine gute Veranstaltung mit Herrn Norlin aus Schweden. Dabei wurde ebenfalls deutlich, wieviele nichtbehinderte Kinder von der Integration und der Umgestaltung des Unterrichts profitieren
Susanne: Mich beschäftigt weniger die Schulbildung, sondern die weitere Bildung von allen Menschen, nicht nur behinderter. Ich höre also mehr zur Information zu.
Rheinwerkstatt: Guten Morgen aus der Rheinwerkstatt aus Boppard am Rhein
Miles-Paul: @Susanne: Sie haben vollkommen recht, dass es in der Bildungspolitik nicht nur um die schulische Integration behinderter Kinder, sondern um die Verbesserung der individuellen Förderung von allen geht, von der dann auch behinderte Menschen profitieren. Das verstehen wir unter Chancengleichheit
Lotta: Guten Morgen, meiner Meinung nach ist die Teamstruktur an Schulen ein grundsätzlicher Schlüssel, um individueller auf die Belange aller Kinder einzugehen. Wenn pro Stufe mehrer Lehrer an der Vorbereitung des gesamten Unterrichts beteiligt sind, kann im Team einer die Aufgabe der Differenzierungsangebote für Kinder mehrerer Klassen übernehmen.
Jan_14: Guten Morgen an alle. Die Uhr rechts neben dem Benutzername läuft eine Stunde vor ?
kik: Fortbildung wird oft nur noch auf Pisa bezogen wahrgenommen. kooperation mit welchen außerschulischen partenen meinen sie
Miles-Paul: @kik: Wichtige außerschulische Partner sind u.a. diejenigen, mit denen Vereinbarungen über Ganztagsschulen bestehen, wie Vereine, Kirchen etc.
BRIDGEFietkau: Mein Nickname ist wohl etwas unverständlich - Entschuldigung. Ich bin Sandra Fietkau vom Projekt BRIDGE - Brücken bauen in die Gemeinde - des Landesverbands der Lebenshilfe...
BRIDGEFietkau: Wie könnte man erreichen, dass diese Botschaft der Bereicherung durch inklusive Schulformen Gehör findet?
Miles-Paul: Liebe Sandra Fietkau, dafür mache ich u.a. den heutigen Chat und wir planen in RLP für nächstes Jahr eine Fachtagung des Landesteilhabebeirates. Es wird aber viele Akteure benötigen, die für die Inklusion in der Schule werben.
Masurenhof: Guten Morgen Herr Miles-Paul. Ich spreche im Auftrag des Heimbeirates unseres Heimes für psychisch kranke Menschen und möchte erfahren, ob es Zuschüsse zur Weiterbildung für Behinderte gibt. Außerdem möchte ich wissen ob es Freistellung von der Arbeitstherapie hierfür gibt.
Miles-Paul: @Masurenhof. Am besten wäre es, wenn Sie dies mit dem Träger des Heimes oder der Werkstatt klären könnten. Mit dem Persönlichen Budget kann man da einiges machen. Ansonsten schicken Sie mir einfach einmal die Details per E-Mail zu, dann können wir das hier prüfen
SFH: Der Werkstattrat vom Schönfelderhof ist auch wieder dabei .
SFH: Wie sehen sie die Aussichten oder Chancen dass behinderte Menschen auf dem offenen Arbeitsmarkt eine Stelle bekommen?
Miles-Paul: @SFH: Schön, dass Sie es geschafft haben - herzlich willkommen
Miles-Paul: @SFH: Die Arbeitslosigkeit behinderter Menschen hat sich zwar in den letzten Jahren in RLP verringert. Es ist nach wie vor aber nicht leicht, Jobs zu finden. Das Budget für Arbeit kann hierfür eine wichtige Hilfe sein, genauso wie die Integrationsbetriebe, die wir in RLP ausgebaut haben
Miles-Paul: @Hewie: ich z. B. unterstütze erwachsene Menschen mit Handicap + Arbeitslosigkeit und interessiere mich deshalb über Bildungsangebote
Hewie: ich meine FÜR Bildungsangebote J
Miles-Paul: @Hewie: Sie haben recht, Bildungsangebote sind sehr wichtig. Neben den klassischen Angeboten in Berufsförderungswerken setze ich mich beispielsweise dafür ein, dass auch die Angebote von Volkshochschulen und anderer Träger barrierefrei gestaltet werden.
Anubis: Hallo aus dem schönen NRW. Gibt es auch eine nachschulische Weiterbildung für die, die in den Behindertenschulen nur wenig gelernt haben?
Hewie: Gute Frage!
Anubis: Danke
Rheinwerkstatt: Dies wäre hilfreich, um das Pers.Budget effektiv einzusetzen.
Hewie: ;-)
Miles-Paul: @Anubis: In RLP kann man nach dem Abschluss im Förderschwerpunkt Lernen auch Möglichkeiten hat, den Hauptschulabschluss zu erwerben.
SFH: Was wird die Zukunft bringen?
SFH: Wenn behinderte Menschen auf dem offenen Arbeitsmarkt arbeiten gehen bekommen sie dann den gleichen Lohn wie andere oder werden sie dann niedriger eingestuft?
SFH: Haben die Betreuten auf dem offenen Arbeitsmarkt die gleichen Rechte und Pflichten wie andere auch oder gibt es dort Veränderungen?
Susanne: @Hewie dann wäre das Angebot der Marienberger Seminare bzw. der Marienberger Akademie eventuell für sie interessant. Ersteres sind Seminare vor Ort, aber die Akademie ist per Audio-CDs oder E-Learning erhältlich.
Miles-Paul: @SFH Beim Budget für Arbeit bekommen die Beschäftigten den ortsüblichen Tariflohn und haben die gleichen Rechte und Pflichten.
Hewie: @Susanne: Danke!
Anubis: Sie werden natürlich niedriger eingestuft. In Deutschland fehlt das Modell daß der Arbeitgeber 40 ? pro Tag bekommt so wie es die Holländer tuen
Miles-Paul: @SFH: Ich wäre ein weiser Mann, wenn ich wüsste, was die Zukunft bringt. Die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen bringt uns aber hoffentlich ein gutes Stück voran.
Moni: hallo ich komme aus Kaiserslautern
Hewie: und ich übrigen aus WISSEN an der Sieg...
Miles-Paul: @Anubis: Mit dem Budget für Arbeit und den anderen Fördermöglichkeiten geben wir in RLP eine Reihe von Unterstützungen für Arbeitgeber nach dem SGB IX
Rheinwerkstatt: Guten Morgen Herr Miles-Paul. Gibt es eine Zusammenfassung aller/ vieler Fortbildungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung in RLP, um die unterschiedlichen Angebote vergleichen zu können?
Anubis: @Hewie Guten morgen von Elli und Sandra
Miles-Paul: @Rheinwerkstatt: Da das Angebot sehr vielfältig ist, haben wir leider keine Zusammenstellung und die Fortbildungen sollten nach Möglichkeit vor Ort laufen, so dass dort die kommunalen Behindertenbeauftragten und -beiräte unterstützend wirken können.
SFH: Wie viele Werkstätten in Rheinland - Pfalz haben einen Integrationsbetrieb und wer sind diese?
Miles-Paul: @SFH: Wieviele Werkstätten das sind, weiß ich auf die Schnelle nicht, dazu gibt es Infos auf der Internetseite unter http://www.masgff.rlp.de
Hewie: moin, moin J
moni: was ist Anubis?
Anubis: @ Hewie Das erkläre ich dir, wenn wir uns beim nächsten Seminar sehen gruß Sandra
moni: das, weisst du schon bescheid wann das statt findet
Anubis: @moni Anubis ist der Ägyptische Gott der Unterwelt
Miles-Paul: Entschuldigen Sie bitte, wenn es etwas dauert, bis ihr Beitrag freigeschaltet wird. Wir haben ein sehr hohes Chataufkommen und versuchen das zu koordinieren
Lin: Guten Morgen Herr Miles-Paul! Als Vorsitzende eines Autismus-Therapie-Zentrums sehe ich täglich, wie schwer Schulen sich tun, autistische Kinder zu integrieren. Es mangelt massiv an Grundwissen über diese Behinderung, obwohl die betroffenen Kinder in allen Schularten anzutreffen sind. Schulen wissen hier erschreckend oft nicht Bescheid, welche Möglichkeiten es ja tatsächlich gibt, eine Integration erfolgreich durchzuführen. Die Situation ist z. T. katastrophal. Was ist geplant?
Miles-Paul: @Lin Einerseits gibt es demnächst eine Tagung zum Thema Autismus. Andererseits gibt es auf dem Landesbildungsserver Informationen zum Thema Autismus: http://www.foerderung.bildung-rp.de
k72: Hallo Ottmar Ich bins Karin aus München (Duderstadt) Klingelts bei dir? Z T Bildung für Menschen mit Behinderung möchte ich Folgendes sagen: Meine eigene Erfahrung und auch die Erfahrung mit ein er Dame die ich mal beraten habe, die ihren Sohn an einer Regelschule einschulen wollte, haben mir gezeigt, wie schwierig es ist, wenn man sich von den ausgetretenen Pfaden weg bewegt. Und das nicht nur in Bezug auf die Schulen, die einen wenn man eine Behinderung hat nicht nehmen wollen sondern auch in Bezug auf die Kostenträger, die ihre Nicht Entscheidungen auf unserem Rücken en austragen
Miles-Paul: @k72 Hallo Karin, ich erinnere mich natürlich gut an dich. Schön, dass du auch aus München da bist. Ich weiß, dass noch viel zu tun ist, in RLP ist dafür die Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier zuständig. Tipp: http://www.sonderpaedagogik.bildung-rp.de
Rheinwerkstatt: Eine fehlende Gesamtübersicht erscheint uns nicht hilfreich bei dem Einsatz des Pers.Budget. Ihre Meinung?
DJL: Guten Morgen zusammen. Interessant wäre eine Zusammenstellung aller Integrationsbetriebe, auch der die nicht über Werkstätten, sonder über Einrichtungen oder andere Träger laufen
Miles-Paul: @DJL Alle Integrationsbetriebe in RLP sind in der Onlinesuche bei http://www.onlinesuche.rlp.de drin.
kik: gibt es eine klar verständliche anleitung welche rechte man hat als behinderter und welche unterstützung man wo erhält. eine genaue anweisung, welche schritt man gehen muß um z. B. hilfen zu erhalten?
Miles-Paul: @Rheinwerkstatt: Das wäre sicher schön, eine solche Gesamtübersicht zu haben, das hat meines Wissens aber auch sonst kein Bundesland, denn in diesem Bereich ist ständig was in Bewegung.
Miles-Paul: @kik Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ein Handbuch über die Rechte behinderter Menschen herausgegeben. http://www.bmas.bund.de bestellt werden.
Anubis: @k72 in NRW ist das nicht anders alle weisen auf das persönliche Budget hin aber jeder drückt sich
InForma: @k72 eher in Bezug, dass die Kostenträger ihre Nicht-Entscheidung auf dem Rücken der Klienten austragen...so z.B. der Streit um die Übernahme von Hörgeräten....ist seit letztem Jahr kein einziger Antrag für unsere Klienten mehr durchgegangen...Streit zwischen Krankenkasse und Arbeitsamt...und der Leittragende ist der Hörgeschädigte.
Lin: Von der Tagung weiß ich und ich freue mich sehr, dass in RLP unterdessen das Interesse an der Autismus-Problematik steigt. Es wäre sehr wichtig, alle Schulen flächendeckend "von oben" zu informieren. Danke für den Link!
Miles-Paul: @Anubis: Die neuesten Zahlen zum Persönlichen Budget in RLP zeigen, dass diese mittlerweile immer öfter genutzt wird. Wir haben in RLP jetzt über 3.300 Budgetnutzerinnen und -nutzer.
Thomoses: Guten Morgen zusammen. Zum Thema Autismus in Schulen möchte ich bemerken, dass ich es für problematisch halte, einerseits zwar die Integration autistischer Kinder zu wollen, andererseits die Begleitung der Kinder lediglich mit Nicht-Fachkräften für höchstens 15.-/Stunde ("Integrationshelfer") seitens der Kommunen zu finanzieren. Dieses Konzept - sofern man es überhaupt so bezeichnen möchte - greift zu kurz.
Miles-Paul: @InForma: Das Thema der Finanzierung der Hörgeräte wurde auch bei einer Tagung am Wochenende mit Ministerpräsident Kurt Beck thematisiert.
InForma: Gut...danke für die Info J
kik: wann werden einheitliche richtlinien für autisten erstellt. zur zeit muß jeder individuell mit dem jeweiligen jugend oder sozialamt ringen.
Miles-Paul: @Thomoses: Die schulische Integration von Menschen mit Autismus birgt sicherlich eine Reihe von Herausforderungen in sich. Wir haben aber auch eine Reihe von sehr positiven Beispielen, die uns Mut machen, die Integration weiter zu fördern.
k72: Es muss noch viel Aufklärungsarbeit über Behinderung in Schulen Berufsschulen und am Arbeitsplatz geleistet werden, dass es für uns nicht mehr gar so schwer ist auch die Kostenträger müssten angehalten werden uns nicht hin und her zu schieben. Habt ihr unsere Doku über die Wanted Kampagne erhalten?
Miles-Paul: @k72 Ja, die Doku ist angekommen und das ist ein gutes Beispiel für die Bewusstseinsbildung
SFH: Wie hat es Ihnen eigentlich in Bremen gefallen? Wie ich gehört habe haben sie noch lange mit Thomas Knötgen und Georg Justen gesprochen . Gruß Heike Pick Werkstattrat Schönfelderhof
SFH: Was ist die Wanted Kampagne und was beinhaltet die?
k72: Man müsste diesem Verschiebebahnhof der Kostenträger die nicht zahlen wollen einen Riegel vorschieben. Nur wie?
k72: Dankeschön. Sie ist sogar schon in Wien angekommen. Gut, gell
Miles-Paul: @SFH Beim Werkstättentag in Bremen hat es mir gut gefallen. Ich hätte mir aber eine bessere Beteiligung der Betroffenen selbst vorstellen können und auch die Vorträge am ersten Tag waren sicher nicht in leichter Sprache, da kann man also sicher noch vieles besser machen
SFH: Genau unsere Meinung .
Miles-Paul: @k72 Im SGB IX gibt es klare Fristenregelungen für die Zuständigkeit von Rehaträgern. Es wäre auch wichtig, die Gemeinsamen Servicestellen zu nutzen und darauf zu achten, dass die gesetzlichen Fristen eingehalten werden.
Susanne: @Hewie ... allerdings bieten wir eine berufliche Weiterbildung, sondern eher eine klassische Allgemeinbildung. Bisher haben wir noch keine Partner welche gezielt mit und für Behinderte arbeiten. Aber als gemeinnütziger Verein hätten wir da schon Interesse dran.
SFH: Glauben sie das die Zahl von Budgetnutzer / innen noch steigen wird und wie wird es in Zukunft weiter damit aussehen?
Miles-Paul: @SFH Ich bin überzeugt davon, dass die Zahl der BudgetnutzerInnen steigen wird. Allein im ersten Halbjahr 2008 waren es über 500 BudgetnutzerInnen in RLP mehr.
Lin: Ja, Thomoses, Integrationsilfe kriegt man an manchen Ämtern sowieso kaum durch. Ähnlich die Budget-Leistung. Wir befinden uns derzeit im gerichtl. Streit, weil das Jugendamt uns die Leistung nicht als Budget bezahlen möchte (für unseren autistischen Sohn).
drebes: hallo Ottmar. Mal was zum Thema Studium. In Hamburg haben sich Wissenschafts- und Sozialbehörde auf eine recht weitgehende Regelung zur Gewährung von Eingliederungshilfe im Master-Studium geeinigt. Weißt du, wie das LSJV das handhabt? Und was ist aus dem Plan geworden, die Eingliederungshilfe komplett auf die Kommunen zu verlagern?
Miles-Paul: @drebes Ich habe dazu leider keine Details. Ich versuche mal vom LSJV was rauszukriegen.
SFH: Was ist LSJV?
Miles-Paul: @SFH LSJV ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz
InForma: ja richtig, es mag Fristen geben, aber wenn sich die Kostenträger mit Paragraphen herauswinden und auf den jeweiligen anderen Kostenträger hinweisen, helfen auch diese Fristen nichts...da wird nur hin- und hergeschoben, damit Geld gespart wird...mehr ist das nicht...und der Klient hat das Nachsehen
Miles-Paul: @InForma Es ist auf jeden Fall wichtig, dran zu bleiben. Wenn Sie kritische Fälle haben, können Sie sich auch gerne an mein Büro wenden und wir versuchen unser Bestes
InForma: nochmals Danke für die Info und das Angebot... J
moni: Susanne ich würde dich gerne mal einladen liebe grüße moni
Susanne: @Hewie Real oder online? *lächel* ... beides gerne gesehen. http://www.Marienberger-Akademie.de
da ist auch Telefonnummer und Adresse.
Hewie: REAL natüüürlich J
moni: komme doch mal vorbei wir können auch einen termin ausmachen
SFH: Im Sinne von Betreuten müßten die Vorträge auch mal vielleicht so gehalten werden das die Betreuten sie auch verstehen . Wie sehen sie das?
Miles-Paul: @SFH Eine leichte Sprache ist sehr wichtig, daher trete ich in meinen Vorträgen regelmäßig dafür ein.
Hewie: @Susanne: Kann ich Euch mal besuchen?
Susanne: @Hewie .. dann bitte anrufen und mit unserer Chefin Barbara Abigt einen Termin ausmachen.
Hewie: OK!
Susanne: @moni Wo vorbeikommen? Ich sitz hier im Westerwald.
moni: Ich komme aus der Pfalz, in Kaiserslautern
drebes: und was ist mit der Kommunalisierung der Eingliederungshilfe?
Miles-Paul: @drebes Das Ziel ist weiterhin, dass die Eingliederungshilfe aus einer Hand gewährt wird. Derzeit läuft dazu der Verhandlungsprozess noch
Thomoses: @Miles-Paul Um die Fristenregelung im SGB 9 bin ich sehr froh. Sie nützt nur leider in der Praxis sehr wenig, da die Betroffenen sich in der Regel nicht trauen (oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind), ihr Recht hier einzufordern. Sie müßten nämlich zuerst in Vorleistung treten und dann ihr Recht einklagen. Das ist vielen zu riskant. Insofern zwar vom Gesetzgeber gut gemeint, aber in der Praxis weitgehend wirkungslos.
Hewie: @Thomoses: ist leider auch meine Erfahrung
Miles-Paul: @Thomoses Die Fristenregelung im SGB IX hat unseres Wissens nach eine Reihe von Prozessen beschleunigt. Dass das aber sicher nicht in jedem Fall klappt, kann ich mir gut vorstellen. Es würde sich also sicher lohnen, die Servicestellen hinzuziehen
lehnecker: Ich betreue einen gehörlosen jungen mann, der nach 30 Jahren seinen Arbeitsplatz durch betriebliche Kündigung verloren hat. Nun schreibt er seit 2 Jahren vergeblich Bewerbungen (insgesamt 80). Er fällt im Oktober in Hartz IV. Wegen seiner Verzweiflung ist er in psychischer Behandlung. Ein Haus, das er zusammen mit seiner ebenfalls gehörlosen Frau vor 8 Jahren gebaut hat ist noch nicht abbezahlt und es besteht die Gefahr, dass man es verliert. Wie kann dem Mann geholfen werden?
Miles-Paul: @lehnecker Ich würde empfehlen, sich an einen Integrationsfachdienst zu wenden, vielleicht kann da geholfen werden.
Rheinwerkstatt: Hallo @all wir sind aus Boppard
InForma: @Thomoses , richtig, und wenn die Klienten erst in Vorleistung getreten sind, sagt der Kostenträger meist, dass der Klient dies doch schon selbst finanzieren konnte und sich dann da raushält, die Kosten zu übernehmen...
Miles-Paul: @InForma Ich hoffe, dass InForma da beraterisch helfen kann, so dass es mehr Menschen gelingt, ihre Hilfen zu bekommen
drebes: Schade, dann wird der behinderte Mensch in Nieder-Olm was anderes studieren dürfen und andere Hilfsmittel bewilligt bekommen als der in Mainz.
Miles-Paul: @drebes Wir arbeiten dran, dass es nicht so ist und freuen uns über jede Unterstützung
Thomoses: Eine weitere Schwierigkeit in der Umsetzung des SGB 9 ist die Frage einer trägerübergreifenden Kostenträgerzuständigkeit. Der Verschiebebahnhof kennt hier kein Ende. Der Wille des Gesetzgebers wird hier meines Erachtens von allen Seiten ignoriert, weil jeder dadurch hofft, erst einmal Kosten von sich abwenden zu können.
Miles-Paul: @Thomoses Hier könnte ein trägerübergreifendes Budget ein Ansatz sein, weil da die verschiedenen Träger an einen Tisch kommen
InForma: natürlich...wir tun unser Bestes
moni: ich muss leider schluß machen
drebes: Dann werde ich mal was schreiben,
Lin: @THomoses, InForma: Man bekommt nur was, wenn man Zeit, Nerven und Geld hat. Darauf, dass die meisten dies nicht haben, wird von vielen Ämtern gebaut.
Miles-Paul: Die Stunde ist schneller vergangen als gedacht, dank Ihrer regen Beteiligung. Ich entschuldige mich gleichzeitig, bei allen Beiträgen, die nicht eingestellt werden konnten, obwohl ich hier kräftig in die Tasten gehauen habe. Bis nächstes Jahr beim nächsten Chat und einen schönen Tag noch.
Moderator: An alle! Herzlichen Dank für die rege Beteiligung. Die Dokumentation des Chats finden Sie ab Donnerstag unter http://www.lb.rlp.de
Rheinwerkstatt: wir wünschen allen einen schönen Tag!
Hewie: und jetzt???
InForma: @lin: darauf wird spekuliert, richtig...nur meist haben unsere Klienten (und wir auch nur begrenzt) diese Voraussetzungen, um einen langen Klageweg auch durchzustehen, um IHR Recht zu bekommen
InForma: bis dann
Rheinwerkstatt: Hewie und jetzt gehen wir essen
Hewie: genau J
Moderator: Guten Appetit!
SFH: Wir bedanken uns auch recht herzlich . Es hat uns mal wieder sehr viel Spaß gemacht mit Ihnen zu chatten und freuen uns sie am 30 . Oktober auf dem Schönfelderhof herzlichst begrüßen zu dürfen .

